Der Löwe wollte aber nicht lachen, ja er traute sich nicht mal auf die Bühne. Da nützte alles gute Zureden von Zirkusdirektor Christofferus Wackelzahn und Ladulina aus der weltberühmten Zirkusfamilie Pepperoni nichts. „Der Löwe traut sich nicht – vielleicht ist er verliebt?“ Nein – wie es schon vielen großen und kleinen Artisten gegangen ist, auch das Raubtier hat einfach etwas Angst, auf die Bühne zu gehen. Nur wenn die Kinder kräftig mitsingen, dann traut er sich, zu singen und zu lachen, bis „fast die ganze Bude kracht!“

„Wenn die Löwennummer klappt, dann ist das schon fast die halbe Miete“, ist Zirkusdirektor Christofferus zufrieden. Die Kinder sind aufgeweckt: „Das ist doch nur eine Handpuppe!“, ruft ein Knirps dazwischen. Christof und Vladislava Altmann lassen die Kinder mitspielen, so macht die Vorstellung noch viel mehr Spaß. Mutige Kinder wie Adrian und Amelie trauen sich nämlich ohne Weiteres auf die Bühne und schießen die Luftballons ab. Nicht nur der Löwe lacht, vor allem die Kinder haben viel zu lachen. „Das ist ja Gott sei dank fast ganz gut gegangen“, ist der Zirkusdirektor erleichtert, der allerdings einen Schuss an den Popo bekommen hat, und deshalb leidend über die Bühne hüpft.

Die „Sultanine“ von Arabien kommt als Ehrengast mit dem Fliegenden Teppich eingeschwebt. „Salem aleikum“, begrüßt Vladi die Kinder. „Ich darf heute vergnügt werden.“ Die Kinder tanzen für den hohen Besuch: Sie erheben die Arme zum Himmel, tanzen die Schlange und bewegen das Bäuchlein, wiegen den Kopf von Ost nach West. Die „oberhofsultänliche Gongschlägerin“ Sophia zeigt sich „überaus begabt“ beim folgenden Song: „Der Sultan von Arabien / wollt sich beim Essen labien / drum flog er schnell nach Schwabien / und aß Spätzle mit Kohlrabien!“

Und alle singen „Eieieieiei!“ Der weltberühmte Vorfahr aus Großbottwar Abu Ibn Maultasch kommt auch noch in dem lustigen Lied vor. „Doch er trank nur aus seiner Weinflasch!“, textet Christof Altmann. „Meine Augen, mein Herz und auch meine Ohren sind sehr erfreut“, verabschiedet sich die Sultanine dann mit einigen Startschwierigkeiten auf ihrem fliegenden Teppich wieder aus der Burgermühle. „Echter Zauber mit fantastischer Magie“ heißt die nächste Nummer, die aber beinahe ausfallen muss, weil alle Artisten kurzfristig Bauchweh bekommen haben. Wieder muss eines der mutigen Kinder ran, diesmal ist es der kleine Luan, der die Vorstellung rettet. Mit seinem „Super-Spezial-Zauberspruch“ Kopfnicken-Lachen-Abakadabra lässt er die Flasche am Seil schweben.

Die 130 Kinder machen super mit und haben viel Spaß mit dem Zirkus Pepperoni Wackelzahn – vor allem, weil die Künstler Christof und Vladislava Altmann den Kindern nicht die Schau stellen, sondern sie selbst auf die Bühne bitten und immer wieder mitmachen lassen. So vergeht die vergnügliche Stunde wie im Flug.

Als Reiterinnen und Reiter dürfen die Kleinen durch die Manege toben, erleben den feuerspuckenden Drachen Fridolin und dürfen mit dem Clown lustige Späße treiben. Dazwischen gibt es immer wieder Lieder zum Mitsingen und Mitmachen – auch am gestrigen Nachmittag, an dem sich die Stadtbücherei Burgermühle noch einmal für alle Kinder aus Großbottwar und Umgebung in den Liederzirkus Pepperoni Wackelzahn verwandelt hat.